Bevor ich die Charaktere der Blackfin Boys intensiv ausfeilte, das war im Mai 2016, stellte ich mir zu jedem der vier Jungs einen Schauspieler vor, der die Rolle perfekt spielen könnte – vorausgesetzt natürlich, dass jemand die Romane verfilmt. Da musste ich gar nicht lange überlegen. In weniger als fünf Minuten war meine Traumbesetzung klar:

Toby – Dylan O’Brien (IMDb)
Roland – Julius Nitschkoff (IMDb)
Mark – Sean Grandillo (IMDb)
Julius – Thomas Brodie Sangster (IMDb)
Stiles – ein übergroßer Rottweiler-Rüde

Mit diesen Gesichtern vor Augen fiel es mir leicht, die einzelnen Charaktere zu kreieren. Als ich den Fernsehfilm Marie Brandt und die rastlosen Seelen sah, stand für mich fest: Julius Nitschkoff ist Roland – er ist es einfach, sonst keiner. Auf der einen Seite einfühlsam und verletzlich, auf der anderen Seite ein professioneller Nasenbeinbrecher mit viel Charme und ein paar Tropfen Blut des Gegners auf seiner Nase (natürlich auf seine Rollen bezogen). Ja, ich muss sagen, der Kerl hat mich geflasht. Ich schrieb den Charakter Roland also völlig inspiriert von Julius‘ Schauspiel.

Die anderen Protagonisten besetzte ich in meinem Kopf mit ein paar jungen Schauspielern, von denen ich der Meinung bin, dass sie auch so ziemlich alles spielen können, und nicht nur sich selbst. Ich glaube, die Rechnung ist ganz gut aufgegangen. Jeder von den Jungs hat eine andere Charaktereigenschaft. Der Zusammenhalt allerdings ist bei allen am stärksten ausgeprägt.

Es gibt ein paar Leute, die mich überaus eindringlich inspiriert haben. So eindringlich, dass sie regelrecht an meiner Hirnrinde kratzten. Die wichtigsten sind auf dieser Seite schon genannt, auch wenn der Charakter Void Stiles (verkörpert von Dylan O’Brien) letztendlich der ausschlaggebene Punkt war, um mit dem Schreiben anzufangen.

Spoileralarm zu „Die Hölle soll warten“
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Hierzu gehört ganz klar der Film Napola – Elite für den Führer von Dennis Gansel. Bevor ich mit dem Manuskript des 2. Buches begann, sah ich mir diesen Film und das dazugehörige Making Of an. Ich wusste genau, dass der Name des Regiesseurs und die Klasse Besetzung ein authentisches Bild der Hitlerjugend liefern würden. So bekam ich einen unverzichtbaren Einblick, der mir beim Schreiben eine sehr große Hilfe war.   Übrigens, Ute Kanter vom Studio Babelsberg erzählte mir in einem langen Gespräch, wie Schauspieler reagieren, wenn Sie eine SS-Uniform anziehen und sich selbst im Spiegel betrachten.  So ist das mit der Inspiration 🙂 

Fotos: Kodak T-MAX 100

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