Ricardo Richter ist die deutsche Stimme von Dylan O‘ Brien

Jedenfalls manchmal – das ist aber leider nicht genug. 

Versetzen wir uns mal in die Lage der normalen TV-Konsumenten: Es ist das Jahr 2013 in Deutschland und wir kommen in den Genus, erstmalig die deutsche Fassung der Fernsehserie Teen Wolf zu sehen. Schnell verlieben wir uns in die Titelhelden Scott McCall und seinen besten Freund Stiles Stilinski. Letzterer hat es uns besonders angetan – ein Typ den man gernhaben muss, es geht gar nicht anders. Wer Stiles nicht liebt, ist nicht normal. Eine Dosis Stiles am Tag, und es kann nichts mehr schief gehen.

Ganze sechs Staffeln erleben wir mitreißende Abenteuer mit dem sympathischen Sohn des Sherrifs (Mr. Stilinskis), der fast in jeder Folge zu sehen ist. Als Zuschauer ist man anfällig, oder besser gesagt ein leichtes Opfer, wenn man für einen Charakter viel empfindet. Wir haben mit Stiles zusammen viel gelacht, mit ihm Angst gehabt, gehofft, dass ihm nie etwas Schlimmes passieren wird. Außerdem haben wir mit ihm zusammen geweint, waren verzweifelt, völlig am Ende, haben mit ihm gelitten und waren mega enttäuscht, als sein bester Freund Scott ihm einfach nicht glauben wollte. Selbst als Stiles von dem Fiesen Dämon Nogitsune besessen war und zehn bis zwanzig Menschen abschlachten ließ, liebten wir ihn immer noch. Wir haben wirklich alle, aber auch ausnahmslos alle Seiten des jungen Mannes mit allen Höhen und Tiefen kennengelernt. Ja, wir haben viele Gefühle investiert und dafür etwas Wundervolles bekommen. Was das genau ist, muss jeder für sich entscheiden.

All das hätte ohne die wundervolle Stimme von Ricardo Richter, der Stiles in allen sechs Staffeln synchronisiert hat, überhaupt nicht funktioniert. Ricardo sprach die Rolle mit so einem intensiven Gefühl und einer leidenschaftlichen Hingabe, dass es für den Zuschauer einfach echt war. Dieser ständige Hauch von Sehnsucht, Verletzlichkeit, und Gutmütigkeit, die Ricardo beim Synchronisieren hineinlegte, ließen uns tatsächlich glauben, dass Stiles deutsch spricht, und nichts anderes. 

Wenn man den kleinen Dylan auch in anderen Filmen sieht, erwartet man natürlich die Stimme von Ricardo. So wie in dem Film „Practi.com“ aus dem Jahr 2013, in der Dylan die Rolle des eigenwilligen „Stu“ spielte. Schnell fühlt man sich als Zuschauer zu Hause und pudelwohl, weil sich Ricardos Stimme mittlerweile in unser Hirn eingebrannt hat und uns bestens vertraut ist – und das ist auch gut so.

Aber es scheint ja wirklich Menschen zu geben, denen das völlig egal ist, die unsere Empfindungen und Gewohnheiten mit Füßen treten. Da sieht man 2015 einen Trailer von einem neuen Streifen mit Dyl O und freut sich zunächst megamäßig. „Zunächst“ deswegen, weil wir schnell festgestellt haben, dass der Charakter „Thomas“ in Maze Runner nicht von Ricardo Richter, sondern von Ozan Ünal gesprochen wird. Nichts gegen Ozan Ünal, seine Stimme ist grandios, aber doch nicht für Dylan O’Brien?! Zu diesem Zeitpunkt hatten wir schon über 80 Folgen von Teen Wolf gesehen und Stiles fest mit Ricardos Stimme verknüpft, so dass es statt purem Kinogenuss zu einem mittleren Schock kam. Das gleiche empfanden wir auch bei der Lionsgate Produktion „Deepwater Horizon“ und „American Assasin“ (ebenfalls von Lionsgate). 

Noch verwirrender und noch unverständlicher ist die Tatsache, dass jemand auf die merkwürdige Idee kam, Ricardo Tyler Posey in „Wahrheit oder Pflicht“ sprechen zu lassen. Komplete Verwirrung: Sah man am Freitag auf Amazon Prime eine alte Folge Teen Wolf, und am Samstag den neuen Kinofilm mit Tyler Posey fiel uns folgendes auf: Hm, jetzt hat der beste Freund von Stiles auf einmal Stiles‘ Stimme.Das Gehirn merkte schnell, dass da irgendwas nicht stimmt.

Warum tut man uns das an? Das kann doch nur damit zu tun haben, dass die Verantwortlichen nicht die blasseste Ahnung haben, wer eigentlich Dylan O’Brien ist – geschweige denn, wer oder was ein Stiles ist. Jedenfalls drängen sich diese Gedanken bei mir auf, weil ich diese Vorgehensweise einfach nicht verstehen kann. Fragen wir doch Ricardo, warum das eigentlich so ist.

Flynn: Ricardo, wer entscheidet, welcher Synchronsprecher für welchen Schauspieler eingesetzt wird? Und warum bist du nicht der feste Sprecher von Dylan O’Brien?

Ricardo:

Flynn: War es nicht merkwürdig für dich, Tyler Posey in „Wahrheit oder Pflicht“ zu synchronisieren, wo du doch Jahre lang seinem besten Freund Stiles die deutsche Sprache in den Mund gelegt hast?

Ricardo:

Flynn: Wenn ich schon mal fragen darf: Gab es beim Synchronisieren von Stiles einen emotionalen Moment, der dich ganz besonders mitgenommen hat?

Ricardo:

Wer möchte, kann Ricardo bei instagram folgen.

 

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